Häufige Altersprobleme im Überblick
Ob Gewichtsverlust oder Diabetes: Viele Altersbeschwerden –sind heute gut behandelbar– Erfahren Sie hier mehr über Symptome und die beste Pflege für Ihren Senior.
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Wenn Ihre Katze das 10. Lebensjahr überschreitet und in ihre „goldenen Jahre“ kommt, werden Sie beide vermutlich mit neuen Alterserscheinungen konfrontiert. Wenn Sie diese Veränderungen verstehen, können Sie proaktiv handeln und die Pflege perfekt an die neuen Bedürfnisse Ihres Lieblings anpassen.
Woran erkenne ich überhaupt, dass meine Katze alt wird?
Katzen altern oft sehr würdevoll und unauffällig, sodass die ersten Anzeichen leicht übersehen werden. Doch Sie kennen Ihre Katze am besten. Achten Sie auf Veränderungen im Alltag, wie zum Beispiel:
- Weniger Lust auf Jagen, Spielen und Entdecken
- Geringerer Appetit
- Längere Schlafphasen
- Mehr Zeit drinnen in Ihrer Nähe
- Vernachlässigte Fellpflege
- Höhere Empfindlichkeit bei Lärm und Stress
- Häufigeres Miauen oder Rufen
Sobald Sie solche Veränderungen bemerken, sind regelmäßige Gesundheitschecks beim Tierarzt besonders wichtig. So stellen Sie sicher, dass Ihre Katze alles bekommt, was sie braucht.
Häufige Erkrankungen
Die gute Nachricht: Viele altersbedingte Beschwerden lassen sich durch angepasste Ernährung, medizinische Hilfe und kleine Anpassungen zu Hause gut behandeln – für mehr Lebensqualität im Alter. Hier sind typische Alterserkrankungen, auf die Sie achten sollten, und was Sie tun können:
Chronische Nierenerkrankung (CNI)
Nierenschwäche ist bei Senioren weit verbreitet. Achten Sie auf Symptome wie vermehrtes Trinken und Urinieren, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Erbrechen. Zeigt Ihre Katze eines dieser Anzeichen? Dann ab zum Tierarzt-Check. Die Behandlung hängt stark davon ab, in welchem Stadium die Krankheit entdeckt wird. Je früher, desto besser. Bleiben Sie also wachsam!
Zahnprobleme im Alter
Zahnprobleme können in jedem Alter auftreten, führen aber bei Senioren besonders oft zu gefährlicher Appetitlosigkeit. Lassen Sie sich vom Tierarzt beraten, wie Sie die Zähne Ihrer Katze pflegen. Unbehandelte Zahnschmerzen sind qualvoll und müssen therapiert werden.
Katzenhypertonie
Wie wir Menschen können auch Katzen im Alter unter Bluthochdruck leiden – oft als Folge von Nierenerkrankungen. Ihr Tierarzt kann den Blutdruck leicht messen und bei Bedarf mit Medikamenten gut einstellen.
Eingeschränkte Mobilität
Gelenke und Knorpel nutzen sich im Laufe der Jahre ab. Die Folge sind oft Arthrose und Gelenkschmerzen. Das zeigt sich durch Unsicherheit beim Gehen, Probleme beim Springen oder Mühe beim Treppensteigen.
Spezielle Ernährung kann helfen: Achten Sie auf Futter mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren, Chondroitin und Glucosamin zur Unterstützung der Knorpel.
Helfen Sie auch durch Anpassungen im Wohnbereich. Rampen zu den Lieblingsplätzen und leicht erreichbare Futter-, Wasser- und Toilettenstellen machen den Alltag leichter.
Zusätzlich kann der Tierarzt Schmerzmittel verschreiben.
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion verlieren Katzen oft Gewicht, obwohl sie normal oder sogar gierig fressen. Weitere Symptome sind Erbrechen oder ein rasender Herzschlag. Von Medikamenten bis zur OP gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Früh erkannt, erholen sich die meisten Katzen unter Therapie innerhalb weniger Wochen vollständig.
Gesundes Altern ist möglich! Seien Sie wachsam bei Veränderungen von Verhalten, Appetit oder Gewicht. Schnelle tierärztliche Hilfe sichert Ihrer Katze lange Zeit Gesundheit und Wohlbefinden.

Diabetes bei älteren Katzen
Diabetes mellitus trifft etwa 1 von 500 Katzen¹ – meist ältere und übergewichtige Tiere. Ein gesundes Körpergewicht ist daher die beste Vorsorge.
Warnsignale sind starker Durst, häufiges Wasserlassen und Gewichtsverlust trotz Heißhunger.
Bei Diabetes fehlt entweder Insulin oder es wirkt nicht richtig, wodurch der Blutzuckerspiegel gefährlich ansteigt. Behandelt wird meist mit Insulin oder Tabletten – und einer speziellen Diät.
Kognitive Dysfunktion (Demenz)
Auch das Gehirn altert: Verwirrtheit, nächtliches Umherwandern oder Schreien sowie Desinteresse an der Familie können Folgen sein. Da diese Symptome aber auch andere Ursachen haben können, ist eine tierärztliche Diagnose wichtig.
Die Therapie kombiniert oft Medikamente mit Alltagshilfen, wie Nachtlichtern oder der Begrenzung des Bewegungsradius.
Ältere Katzen und Gewichtsverlust
Ein weiteres häufiges Thema im Alter ist Gewichtsverlust. Da dies auf viele Krankheiten hindeuten kann, sollten Sie bei Gewichtsverlust immer einen Tierarzt aufsuchen. Nur so lassen sich Ursache und passende Therapie finden.
Die Gründe reichen von organischen Erkrankungen bis hin zu Zahnschmerzen, die den Appetit verderben. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „Warum verliert meine Katze an Gewicht?“.
Alterskrankheiten sind häufig, bedeuten aber nicht zwangsläufig Leid für Ihre Katze. Wenn Sie glauben, dass Ihr Tier leidet, hilft Ihnen Ihr Tierärztin oder Tierarzt weiter.
Quellen
- Sallander M et al., Acta Vet Scan 2012; 54: 61
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