Harninkontinenz bei Hunden

Inkontinenz bei älteren Hunden ist weit verbreitet und kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

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Ein alternder Golden Retriever, der draußen im Gras liegt.

Mit zunehmendem Alter Ihres Hundes werden Sie Veränderungen in seinem Verhalten, seiner Persönlichkeit und seinem Körper bemerken. Inkontinenz kommt häufig bei älteren Hunden vor und es ist wichtig, dass Sie sich mit dem auseinandersetzen.
Wenn Ihr älterer Hund inkontinent ist, äußert sich dies in einem gegenüber früher veränderten Harn absetzen, er erkennt möglicherweise nicht, wann er Harn absetzt, hinterlässt Spuren auf dem Boden oder hat Schwierigkeiten beim Harn absetzen. Es ist wichtig, ihn nicht für dieses Verhalten zu bestrafen – er tut es ja nicht absichtlich, sondern weil er es nicht kontrollieren kann.
Wie Menschen können auch Hunde unter Verdauungsstörungen leiden, die zu Beschwerden, unangenehmen Symptomen und manchmal zu weitreichenden Gesundheitsproblemen führen. Die Ernährung spielt bei der Behandlung von Verdauungsempfindlichkeiten und der Aufrechterhaltung eines gesunden Verdauungssystems eine wesentliche Rolle.

Inkontinenz ist eine Herausforderung für Hund und Halter:innen. Als Tierärztin erlebe ich oft Menschen, die sich schuldig fühlen, weil sie mit der Situation überfordert sind. Aber bitte schämen Sie sich nicht – das ist eine medizinische Situation, die wir gemeinsam angehen können, um die Lebensqualität Ihres Hundes zu bewahren und kein persönliches Versagen.

Dr. Primrose Moss, britische Tierärztin, MRCVS VetMB

Wodurch wird Inkontinenz bei Hunden verursacht?

Ältere Deutsche Dogge steht im Freien auf einem Feld.

Genau wie der Menschen durchläuft auch der Hund mit dem Älterwerden körperliche Veränderungen. Muskeln werden schwächer und die neuronale Kontrolle über verschiedene Körperteile kann nachlassen. Eine Inkontinenz kann durch den natürlichen Alterungsprozess der Muskeln im Bereich der Harnwege und durch einen Mangel an Kontrolle über diese Muskeln entstehen.

Beugen Sie vor, indem Sie das individuelle Risiko Ihres Hundes kennen.

Inkontinenz von Hündinnen

Hündinnen sind von Blasenschwäche deutlich häufiger betroffen als Rüden. Besonders bei größeren Rassen gibt es eine genetische Veranlagung. Dazu zählen Boxer, Dobermänner, Weimaraner, Bearded und Rough Collies sowie der Deutsche Schäferhund.¹.

 

Auch eine Kastration erhöht das Risiko: Etwa 30 % der kastrierten Hündinnen mit einem Gewicht über 20 kg entwickeln eine Inkontinenz. Übergewicht belastet die Blase zusätzlich – besonders bei kastrierten Tieren. Ein ideales Gewicht ist daher einer der besten Beiträge, den Sie zur Gesundheit Ihres Hundes leisten können.

Gesundheitsprobleme und Inkontinenz

 

Manchmal sind andere Erkrankungen der Auslöser oder verstärken das Problem. Dazu gehören Harnwegsinfektionen, Blasensteine sowie Krankheiten wie Diabetes oder Nierenleiden, die zu vermehrtem Trinken und somit häufigerem Harndrang führen.
Diese Krankheiten verursachen zwar nicht immer direkt die Inkontinenz, können aber bei einer bereits leicht geschwächten Blase die Symptomatik verschlimmern.

 

Behandlungsmöglichkeiten bei Inkontinenz

 

Beobachten Sie das Verhalten Ihres Hundes beim Wasserlassen genau. Bemerken Sie Veränderungen? Dann ist ein Besuch in der Tierarztpraxis ratsam. Nur so lassen sich ernste Ursachen ausschließen und die optimale Unterstützung finden.
Je nach Ursache wird Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt verschiedene Wege vorschlagen, um die Lebensqualität Ihres Hundes zu bewahren:

 

  • Medikamentöse Unterstützung: Liegt eine Muskelschwäche vor, können spezielle Medikamente unterstützen. Sie verbessern die Kommunikation zwischen Nerven und Blasenmuskulatur, sodass Ihr Hund die Kontrolle zurückgewinnt. Diese Behandlung schlägt in etwa 75 % bis 90 % der Fälle erfolgreich an
  • Behandlung der Ursache: Liegt eine andere Erkrankung zugrunde, reicht das Spektrum von Antibiotika bei Infekten bis hin zur operativen Entfernung von Blasensteinen. Oft wird auch eine spezielle Nahrung empfohlen, um die Harnwegsgesundheit zu unterstützen.
  • Management von Grunderkrankungen: Sind systemische Erkrankungen (wie Diabetes) die Ursache, steht deren Behandlung an erster Stelle. Oft bessert sich die Inkontinenz, sobald das Grundleiden therapiert ist. Ein gut eingestellter Diabetes verringert beispielsweise die Urinmenge. Sollte keine Besserung eintreten, wird Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt weitere Schritte mit Ihnen besprechen.

Verlieren Sie nicht den Mut, wenn Ihr Hund „undicht“ wird. Ob Infekt, Krankheit oder Altersschwäche – Ihr Tierarzt steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Mit der richtigen Behandlung kann Ihr Hund auch mit Blasenschwäche ein langes, glückliches und komfortables Leben führen.

Hilfsmittel wie saugfähige Unterlagen für das Hundebett und Pflegebalsam für gereizte Haut unterstützen Halter:innen dabei, den Alltag mit inkontinenten Hunden erheblich zu erleichtern und die Lebensqualität des Tieres zu bewahren.

Dr. Primrose Moss, britische Tierärztin, MRCVS VetMB
Quellen
  1. Byron JK. Canine Urinary Incontinence. DVM 360. 2018;3. https://www.dvm360.com/view/canine-urinary-incontinence O'Neill, D.G., Riddell, A., Church, D.B., Owen, L., Brodbelt, D.C. und Hall, J.L. (2017), Harninkontinenz bei Hündinnen unter primärer tierärztlicher Versorgung in England: Prävalenz und Risikofaktoren. J Small Anim Practice, 58: 685-693. https://doi.org/10.1111/jsap.12731
  2. Byron J. Harnröhreninkompetenz bei Hunden: Aktualisierungen im Management. Die heutige Tierarztpraxis. Veröffentlicht am 9. März 2017. Zugriff am 30. Oktober 2024. https://todaysveterinarypractice.com/urology-renal-medicine/canine-urethral-incontinence/

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