Wie alt werden Katzen?

03.10.2018
Eine ältere Katze mit Schildpatt-Färbung liegt auf einem grauen Teppich

Katzen haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von circa 15 Jahren. Wie lange Katzen leben ist dabei abhängig von verschiedenen Faktoren. Genetische Veranlagung, ihre Lebensumstände, aber vor allem die Pflege des Besitzers sind entscheidend für ein langes und erfülltes Leben eines Tieres. Wohnungskatzen haben daher die besten Voraussetzungen, während Straßen- und Freigängerkatzen eine deutlich niedrigere Lebenserwartung haben. Erfahren Sie alles über das Alter von Katzen, wie es in Menschenjahre umgerechnet wird, was die Anzeichen des Alterungsprozesses sind und wie Sie Ihre Katze im Alter richtig pflegen.

Inhaltsverzeichnis

  • Wie alt werden Katzen?
  • Katzenalter in Menschenjahren
  • Symptome von Alterserscheinungen und Altersschwäche
  • Lebenserwartung bei Krankheiten
  • Wie ermögliche ich meiner Katze ein hohes Alter

 

Lebenserwartung von Katzen

Wie beim Menschen ist auch bei Katzen der Alterungsprozess sehr individuell. Deswegen werden die Zeichen des Alterns zu unterschiedlichen Zeiten sichtbar. Im Allgemeinen zeigt der Körper Ihrer Katze mit sieben Jahren die ersten Anzeichen einer Alterung auf zellulärer Ebene. Meist wird nun von einem fortgeschrittenen Alter gesprochen. Bis zu einem Alter von etwa zwölf Jahren werden Sie allerdings oft keine äußeren Symptome bei Ihrer Katze feststellen können. Erst ab diesem Zeitpunkt verlangsamt sich die Zellerneuerung in ihrem Körper und ihre Körperfunktionen, wie beispielsweise das Herz und das Immunsystem, werden weniger effektiv. Im Durchschnitt können Katzen circa 15 Jahre oder älter werden.

Die tierärztliche Einstufung des Alters Ihrer Katze lautet:

  • Mit 7 bis 10 Jahren ist Ihre Katze i besten Alter
  • Mit 11 bis 14 Jahren gilt sie als Senior
  • Ab 15 Jahren wird sie als betagt eingestuft

Wie unterscheidet sich die Lebenserwartung von Haus-, Freigänger-, Mischlings- und Rassekatzen?

Je nachdem, wie die Lebensumstände einer Katze sind und ob sie Gefahren wie dem Straßenverkehr ausgesetzt ist, kann sich auch die durchschnittliche Lebenserwartung von Katze zu Katze unterscheiden.

Ganz allgemein lassen sich diese ungefähren Aussagen zum Alter der verschiedenen Katzenarten und Haltungsformen treffen:

  • Straßenkatzen, 6-8 Jahre
  • Freigängerkatzen, 8-12 Jahre
  • Rassekatzen, 10-12 Jahre
  • Wohnungskatze bzw. Hauskatze, 15-18 Jahre

 

Welche Katzenrassen haben die höchste Lebenserwartung?

Auch unter den Rassekatzen gibt es Unterschiede, wie hoch die Lebenserwartung ausfallen kann. Wir haben diese für die beliebtesten Katzenrassen in Deutschland zusammengefasst:

  • Balinese: 18-22 Jahre
  • Europäisch Kurzhaar: 15-22 Jahre
  • Siam: 15-20 Jahre
  • Perser: 10-17 Jahre
  • Bengal: 12-16 Jahre

 

Eine ältere getigerte Katze liegt auf einer grauen Decke

Alterserscheinungen bei Katzen: Diese Anzeichen gibt es

Obwohl sich die Anzeichen für das Älterwerden bei jeder Katze anders äußern können, gibt es einige häufige Prozesse, die bei jeder Katze im Alter auftreten. Vor allem die Sinnesorgane werden mit zunehmenden Alter schwächer. Der Geruchs - und der Geschmackssinn lassen, ebenso wie das Gehör der Katze, nach. Das kann sich auch auf ihren Appetit auswirken. Auch Zahnprobleme wie Abnutzungserscheinungen der Zähne, Zahnfleischerkrankungen oder Zahnverlust können das Fressverhalten Ihrer Katze negativ beeinflussen. Wenn diese Probleme zusammenkommen, kann dies zu Gewichtsverlust führen.

Die Gelenke sind weniger flexibel, besonders dann, wenn die Katze an Osteoarthritis leidet. Diese kann starke Schmerzen verursachen und zu Problemen bei der Beweglichkeit führen. Wenn die Gelenke schmerzen oder empfindlich sind, wird sich Ihre Katze womöglich weniger bewegen und auch nicht bereitwillig angelaufen kommen, wenn Sie sie rufen. Auch, wenn sie sich plötzlich dagegen wehrt hochgehoben zu werden, kann dies ein Anzeichen von Schmerzen sein.

Die Beeinträchtigung ihrer Flexibilität hat auch zur Folge, dass sie sich nicht mehr richtig pflegen kann, und das wiederum wirkt sich auf ihr Fell und ihre Haut aus.

Das Fell selbst kann weißer werden und struppiger aussehen, da die Talgdrüsen, die hautpflegende Öle produzieren, weniger aktiv sind.

Die natürliche Fähigkeit, eine Immunantwort zu entwickeln, nimmt mit fortschreitendem Alter ab, sodass eine ältere Katze mehr Infektions- und Krankheitsrisiken ausgesetzt ist. Verschiedene Stoffwechselprozesse wie die Verdauung verändern sich ebenfalls, da auch die Fähigkeit, Fette und Proteine zu verarbeiten, abnimmt.

Katzenalter und Verhaltensänderung

Auch das Verhalten Ihrer Katze kann sich mit zunehmenden Alter verändern. Generell wird Ihre Samtpfote im betagten Alter zu einem geringeren Spiel- und Jagdtrieb neigen und weniger aktiv sein. Es kann sein, dass sich Schlafmuster und -verhalten ändert, was ihre Routine beeinträchtigen und Verhaltensstörungen verursachen kann.

Auch kognitive Beeinträchtigungen sind bei älteren Katzen keine Seltenheit. Mehr als 80% der 16-20 Jahre alten Katzen leiden unter Schlaflosigkeit, Orientierungslosigkeit, verstärkter Angst oder dem Vergessen ihrer Routinen. Es ist sogar möglich, dass Ihre Katze nicht mehr weiß, wo ihr Futter- bzw. Trinknapf steht oder wo sie die Katzentoilette findet.

Krankheitssymptome bei älteren Katzen

Wenn eine ältere Katze diese Symptome zeigt, kann dies allerdings auch an etwas anderem als dem Älterwerden liegen. Im schlimmsten Fall können sie Anzeichen für ein größeres Problem sein.

Katzen neigen dazu, Krankheiten zu verbergen. Sie machen nicht oft auf ihre Schmerzen aufmerksam, etwa indem sie hinken oder Schmerzlaute von sich geben. Stattdessen bewegen sie sich oft weniger oder sind weniger aktiv, wodurch das Problem dann noch verschlimmert wird. Deswegen ist es wichtig, dass Sie auf kleinste Veränderungen im Verhalten Ihrer Katze achten, wenn sie etwa das Fressen verweigert oder nicht mehr auf ihren Lieblingsplatz hochspringt. Bringen Sie Ihre Katze dann zur Untersuchung zum Tierarzt Ihres Vertrauens.

Bei älteren Tieren gibt es einige Symptome, die häufig auf ein zugrunde liegendes Problem hinweisen:

  • Appetit- oder Gewichtsverlust können auf Verdauungsprobleme hinweisen.
  • Vermehrtes Wasserlassen oder Durst sind möglicherweise Zeichen von Harnwegs – oder Stoffwechselproblemen.
  • Steifheit, Hinken oder Schwierigkeiten beim Aufstehenkönnen auf Arthritis hindeuten.
  • Desorientiertes, ängstliches oder auf andere Weise ungewöhnliches Verhalten sind immer ein Grund zur Sorge und sollten professionell abgeklärt werden.

 

Indem Sie mit Ihrer Katze regelmäßig den Tierarzt aufsuchen, können Sie viele schwerwiegende Erkrankungen frühzeitig erkennen und so die bestmögliche Pflege für Ihr alterndes Haustier gewährleisten.

Vorbeugende Maßnahmen: Wie pflege ich meine alte Katze richtig?

Jede Lebensphase Ihrer Katze und insbesondere das hohe Alter zeichnet sich durch ganz individuelle Freuden und Herausforderungen aus. Ab einem Alter von etwa zwölf Jahren verändern sich Körper und Verhalten der Katze, weswegen Sie unter Umständen ihr Lebensumfeld, ihren Auslauf und ihre Ernährung auf diese Lebensphase anpassen müssen.

Richtige Ernährung

Mit zunehmenden Alter lässt möglicherweise der Appetit Ihrer Katze nach und es kann zu Mangelerscheinungen kommen. Mit speziell entwickeltem, qualitativ hochwertigen Katzenfutter stellen Sie sicher, dass Ihr Tier genügend Nährstoffe zu sich nimmt.

Unser Tipp: Wärmen Sie das Feuchtfutter auf, um Aromen freizusetzen und so den Appetit Ihrer Katze anzuregen.

Regelmäßige Tierarztbesuche

Im Alter wird das Immunsystem Ihrer Katze schwächer, was zu einer höheren Anfälligkeit für verschiedenen Krankheiten führen kann. Deswegen sollten Sie ab dem zehnten Lebensjahr Ihres Tieres mindestens alle sechs Monate einen Tierarztbesuch einplanen. So können mögliche Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Bei akuten Beschwerden oder einem veränderten Verhalten Ihrer Katze, sollten Sie außerdem nicht zögern, auch außerhalb der Reihe Ihren Tierarzt aufzusuchen. Treten Probleme mit der Verdauung auf, hat Ihre Katze vermehrt Durst oder ertasten Sie einen Knoten unter der Haut? Dann vereinbaren Sie schnellstmöglich einen Tierarzt-Termin, um zugrundeliegende Krankheiten auszuschließen..

Katzensichere Umgebung

Im Alter bewegt sich Ihre Katze eventuell weniger als früher. Um einer möglichen Gewichtszunahme und der Abnahme der Muskelmasse vorzubeugen, sollten Sie Ihrem Tier zu Hause ausreichend Bewegung bieten. Altersgerechte, abwechslungsreiche Aktivitäten senken das Verletzungsrisiko und stärken die Muskulatur Ihres Tieres.

Bauen Sie für Ihre älter werdende Katze Rampen oder Treppen zu den höher gelegenen Stellen im Haus, an denen sie sich gerne aufhält, und schaffen Sie besonders gemütliche Schlafplätze, an denen sie sich erholen kann. Außerdem braucht Ihre Katze nun eine Katzentoilette mit flacheren Seiten, damit sie leichter ein- und aussteigen kann.

Regelmäßige Fellpflege

Durch die verringerte Beweglichkeit kann auch die eigene Fellpflege von Katzen geringer ausfallen. Dadurch werden auch ihre Krallen weniger beansprucht als früher, weswegen Sie diese regelmäßig kürzen lassen sollten. Eine gründliche Fellpflege trägt zum besseren Wohlbefinden Ihrer Katze bei – unterstützen Sie Ihr Tier, indem Sie es täglich bürsten.

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